Das schwarze Schaf der Familie

Das schwarze Schaf der FamilieIn manchen Familien gibt es ein Schwarzes Schaf, das sich durch Andersartigkeit von den restlichen Familienmitgliedern abhebt, und deshalb meist schon als Kind eine Außenseiterrolle einnimmt. Diese Andersartigkeit wird vom Rest der Familie als negativ empfungen. Es kann sich sowohl um bestimmte Eigenschaften und Verhaltensmuster als auch um persönliche Meinungen und Interessen handeln. Eventuell geht es auch einfach nur um Erwartungen, die das Schwarze Schaf nicht erfüllen kann oder will. Der Part des Außenseiters bleibt in der Regel auch im Erwachsenenalter erhalten. Wer einmal von der Familie als Schwarzes Schaf auserkoren wurde, wird für gewöhnlich ein Leben lang in diese Rolle gedrängt.

Das Schwarze Schaf und seine Aufgaben in der Familie

Ohne Schwarzes Schaf in der Familie befinden sich alle Kinder in der gleichen Position, zumindest annäherungsweise. Bei einer Familie mit Sündenbock bzw. Schwarzem Schaf sieht die Verteilung der Rollen völlig anders aus. Während das Ansehen des Schwarzen Schafes nahezu bei Null liegt, befinden sich die Geschwister in der Rangordnung viel weiter oben, denn sie gelten als die Guten. Mutter oder Vaters Lieblinge haben es also dem Sündenbock zu verdanken, dass sie bevorzugt werden. Ohne Sündenbock ständen sie innerhalb der Familie auf einer viel niedrigeren Ebene. Damit sie ihr Privileg behalten, müssen sie ständig dafür sorgen, dass das Schwarze Schaf den untersten Rang behält, notfalls mit Intrigen, Verleumdungen und ungerechtfertigten Schuldzuweisungen. Im Grunde geht es um Macht, die dem Schwarzen Schaf abgesprochen wird, damit der Rest eine Vormachtstellung einnehmen kann. Der Sündenbock sorgt übrigens für den Zusammenhalt der Familie. Ohne schwarzes Schaf würde dieses Gefüge ganz schnell bröckeln und höchstwahrscheinlich einstürzen. Finanzielle Zuwendungen, bei denen der Sündenbock außen vor bleibt, stillen zudem die Habgier der Geschwister. Die hinterhältigen Strategien haben in vielen Fällen auch das elterliche Erbe im Auge.

Wie kam es zur sprichwörtlichen Bezeichnung „Schwarzes Schaf“?

Weiße Schafwolle gilt als wertvoller, weil sie sich leichter einfärben lässt als schwarze Wolle. Ist die Schafszucht in erster Linie auf Wollproduktion ausgerichtet, werden gegebenenfalls auch heute noch die schwarzen Schafe bald ausgesondert und geschlachtet. Ähnlich ergeht es dem schwarzen Schaf der Familie, das schon in jungen Jahren herausgepickt und an den Pranger gestellt wird.

Die Schwarze-Schaf-Rolle überwinden:

Wer sich bewusst wird, dass die Geschwister ohne das Schwarze Schaf an Bedeutung verlieren, kann den Ausstieg schaffen. Unter Zugrundelegung der Annahme, dass nichts im Leben zufällig geschieht und alles nach einem göttlichen Plan verläuft, stellt die Überwindung der Sündenbock-Rolle in der Familie einen riesigen Entwicklungsschritt für eine Seele im Verlauf ihrer Inkarnationen dar. Die Erfahrungen lassen sich aus der Sicht des Schwarzen Schafes wie folgt oder ähnlich interpretieren:

  • Lügen und Verdrehen der Wahrheit haben mir verdeutlicht, dass Liebe und Zuneigung nur mit Ehrlichkeit bestehen kann.
  • Weil schlecht über mich geredet wurde, weiß ich, dass die Meinungen anderer nicht zählen. Es genügt vollkommen, wenn ICH mich für einen wertvollen Menschen halte, dem Freundlichkeit und Respekt gebührt.
  • Die Angriffe offenbarten mir den hohen Stellenwert von Harmonie und Ruhe. Deshalb lege ich besonders großen Wert auf Ausgeglichenheit und inneren Frieden.
  • Indem ich finanziell hintergangen wurde, erkannte ich, dass Geld nicht glücklich macht und Gesundheit, Wohlbefinden und herzliche zwischenmenschliche Beziehungen unbezahlbar sind.
  • Auslachen macht mir nichts mehr aus, im Gegenteil, ich kann jetzt über mich selbst lachen.
  • Alle, die meinten, ich solle so sein wie sie, ließen mich den Wert der persönlichen Freiheit erkennen.
  • Ausgrenzung und Psychoterror haben mich zwar verletzt, aber letztendlich auch gestärkt.
  • Aufgrund meiner gemachten Erfahrungen genieße ich jeden Tag voller Freude und schenke allen Menschen, die mich annehmen, wie ich bin, meine grenzenlose Liebe. Die „anderen“ können mir gestohlen bleiben.

Jedes „Schwarze Schaf“ besitzt demzufolge eine Reihe an Einsichten, die andere Menschen nicht kennen, und die für das weitere Leben genutzt werden sollten. Diese Erkenntnisse sind wertvolle Schätze, denn sie tragen zu einer authentischen Lebensweise bei. Hass, Wut und Groll frisst von innen auf und führt in der Regel zu Krankheiten, schlimmstenfalls zu Krebs. Deshalb lieber auf Rachegelüste verzichten und stattdessen aus dem Familiengefüge aussteigen und auf Distanz gehen, alles aufarbeiten, loslassen und vergeben, wobei dieses Vorgehen die stattgefundene Ausgrenzung nicht entschudligt. Die Denkweise:“ Sie konnten bzw. können es nicht besser.“, hilft dabei enorm.

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Eine Antwort auf Das schwarze Schaf der Familie

  1. Hanne sagt:

    Hallo,
    herzlichen Dank für den wunderbaren Artikel, der mir viel Trost schenkt, denn auch ich bin ein schwarzes Schaf, das von den Geschwistern beiseite gedrängt wurde.
    Ganz liebe Grüße

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