Die Anderswelt

Die Anderswelt der KeltenAndere Welt, anderes Land oder Anderswelt nannten unsere keltischen Vorfahren das Jenseits. An diesem Ort waren die Götter und die Verstorbenen, aber auch Elfen, Kobolte, Gnome und Wichtel zuhause. Die Kelten kannten keine regionale Trennung zwischen den Göttern und ihren Ahnen. Ebenso wenig existierte für sie eine räumliche Distanz zwischen der Erde und der Anderswelt. Im Gegenteil, die Anderswelt befand sich auf unserem Erdball. Alles fand zeitgleich und in direkter Umgebung statt. Auch gab es in der Anderswelt kein Strafgericht, das die Sünden aus der hiesigen Welt aufwog.

Die Lokalisierung der Anderswelt

Göttliche und viele andere zauberhafte Wesen vermuteten die Kelten unter Bergkuppen in der Erde verborgen. Felsspalten, Höhlen oder Ausbuchtungen am Wurzelwerk von Bäumen gewährten Einlass. Gottheiten ließen sich aber auch gerne auf Bäumen nieder, vor allem auf einer majestätischen Eiche. Inseln kamen für die Kelten ebenfalls als Anderswelt in Betracht. Das Kap Finisterre in der Nähe von Santiago de Compostella war ein Ort, den unsere Vorfahren als das Ende der Welt bezeichneten. Auf einer Insel draußen auf dem Meer vermuteten sie ihre Verstorbenen. Schon Jahrhunderte bevor Christen auf dem Jakobsweg pilgerten, beschritten Menschen den Weg bis zur Atlantikküste, um ihren Ahnen ganz nahe zu sein.

Die durchlässige Grenze zur Anderswelt

Das Jenseits unserer keltischen Vorfahren ist nicht als klar abgegrenztes und undurchdringliches Territorium zu betrachten. Die Bewohner der Anderswelt kamen immer wieder gerne an ihre alten Wirkungsstätten zurück. Auch die Zauberwesen mochten auf ihre Visiten in den Wäldern und Wiesen nicht verzichten. Andererseits gab es auch für die Menschen im Diesseits immer mal wieder Gelegenheiten die Grenzlinie zur Anderswelt zu überqueren. An bestimmten Tagen war die Absperrung besonders dünn und löchrig. Die Nacht auf Samhain, das heutige Helloween, bot diese Gelegenheit, so dass sich besonders viele Verstorben für kurze Zeit ins Diesseits begaben. Um ihnen den Weg auszuleuchten, stellten die Menschen Kerzen auf. Dieser Brauch hat sich mit den ausgehöhlten und mit Kerzen bestückten Kürbissen bis zum heutigen Tag erhalten.

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