Jakobsweg: Pilgerstrecke oder Selbstfindung?

Jakobsweg SelbstfindungPlätze mit erhöhtem Kraftpotenzial gibt es auf der ganzen Welt. Eine besondere Form intensiver energetischer Strahlung stellen Linien dar. Oftmals handelt es sich um uralte Fernwege, die schon von den Menschen der Vorzeit benutzt wurden. Unsere prähistorischen Vorfahren waren für energetische Strömungen weitaus empfänglicher als wir heute. Meist sind Fernwege mit den Ley-Linien identisch, den Energieleitbahnen unseres Planeten. Die auch als Drachenwege oder geomantische Linien genannten Kraftrouten führen häufig zu Plätzen, an denen unsere Vorfahren Rituale ausführten oder sich für bedeutsame Feierlichkeiten trafen. Wege, die sich kreuzen, verfügen über extrem viel Kraftpotenzial. Wie die Routen entstanden, lässt sich nur vermuten. Wahrscheinlich trugen neben der erhöhten Energieausstrahlung sowohl Vegetation als auch Sternensysteme zur Auswahl der Wegerichtungen bei. Letzendlich hinterließen auch die energetischen Schwingungen der Menschen ihre Spuren. Alle Gedanken und Gefühle manifestierten sich, lösten eine Wechselwirkung mit den bereits vorhandenen Energien aus und formierten sich zu einem Fluss, der sich nicht aus Wasser, sondern aus unsichtbarer Kraft zusammensetzt. Jeder Mensch, der die uralten Fernwege entlangschreitet, nimmt einerseits Energie auf und speist die Strecke andererseits mit frischer Energie. Diese Interaktion ist auch heute noch zugange.

Der Jakobsweg als historischer Fernweg

„Campino de Santiago“ heißt der „Weg des Heiligen Jakob“ in spanischer Sprache. Die etwa 700 km lange Hauptroute des Jakobswegs ist wohl der bekannteste energetische Fernpfad Europas. Diese mittelalterliche Verkehrsachse Nordspaniens beginnt in den Pyrenäen (Aragonien), führt über zwei Strecken nach Puente la Reina, dann weiter über Logrono, Santo Domingo de la Calzada, Burgos, León und Astorga bis nach Santiago de Compostela. Als spanischer Fernwanderweg trägt der Jakabsweg die Kennzeichnung GR-65. Im Jahre 1987 zeichnete der Europarat die Strecke als erste europäische Kulturstraße aus. Es existitieren darüber hinaus viele Nebenrouten, die unter anderem durch Deutschland und Österreich führen.

Campino de Santiago

Ab dem 9. Jahrhundert wurde der Jakobsweg als Pilgerstrecke genutzt. Christen nahmen die lange und beschwerliche Tour in Kauf, um sich der Sünden zu entledigen und das Seelenheil zu erlangen. Die Apostelgeschichte besagt, dass der Heilige Jakob in Palästina per Schwertköpfung zutode kam. Weil er vorher als Glaubensverbreiter in Spanien unterwegs war, sollen seine sterblichen Überreste einer Legende nach durch treue Anhängern nach Spanien gebracht und dort beerdigt worden sein, und zwar an der Stelle, wo sich heute die Kathedrale von Santiago de Compostela befindet. Sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche gilt der 25. Juli als Jakobustag. Fällt dieses Ereignis auf einen Sonntag, wird das betreffende Jahr zum „Jahr zu Ehren des Heiligen Jakobus“ erklärt.

Der Jakobsweg zur Keltenzeit

Archäologische Funde belegen, dass sich bereits zur Bronzezeit Menschen in der Nähe des Jakobswegs aufhielten. Bei den Kelten diente die Route zum Aufstieg in einen höheren Seinszustand. Der Jakobsweg ging damals noch ein Stück über Santiago de Compostela hinaus. Ziel war Kap Finisterre am Atlantik. Die Kelten waren der Meinung, dass hier die Entfernung zur „Insel der Seligen (Verstorbenen)“ am kürzesten sei. Auf ihrem Fußmarsch bis zum Meer beschäftigten sich unsere keltischen Vorfahren spirituell mit dem Tod.

Der Jakobsweg als Möglichkeit zur Besinnung

Seit den 80-er Jahren beschreiten auch Menschen ohne religiöse Interessen den Jokobsweg. Sie nutzen die Zeit der Wanderschaft als Chance zur Selbstfindung. Zum einen besteht während der Pilgerreise eine direkte Verbindung zur Natur, zum anderen erfahren die Wanderer das einfache Leben, fern vom Alltag und von Hektik und Stress. Weil nicht wenige während der vielen Stunden zu Fuß tatsächlich zu einem neuen Bewusstsein gelangen, gibt es die alternative Bezeichnung „Der Weg zur Freiheit“. Es muss deshalb nicht wundern, wenn jemand vom Jakobsweg zurückkehrt und anschließend sein Leben komplett umkrempelt. Der lange Fußmarsch auf dem Jakobsweg hat in diesen Fällen zu der Erkenntnis geführt, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann und dringend eine Veränderung nötig wird. Es heißt, dass es länger als 3 Jahre braucht, bis alle Eindrücke des Jakobswegs verarbeitet sind.

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