Moralische Erpressung

moralische erpressungBei der moralischen Erpressung handelt es sich gewissermaßen um eine Sonderform der emotionalen Erpressung, wobei beide Verhaltensweisen ein charakteristisches Merkmal aufweisen: Eine bestimmte Person soll am Treffen von freien Entscheidungen gehindert werden. Manipulationsversuche haben nichts anderes im Sinn, als andere Personen zu bestimmten Handlungen zu nötigen oder von geplanten Aktionen abzubringen. Während die emotionale Erpressung in erster Linie auf ein schlechtes Gewissen gegenüber der bedrängenden Person zielt, bedient sich die moralische Erpressung der ethischen Gesinnung. Wer moralisch erpresst wird, soll sich als schlechter Mensch fühlen, der sich nicht den Regeln der Allgemeinheit beugt. Wobei jedoch in keinster Weise definiert ist, was sich nun letztendlich gehört und was nicht. Wer moralische Erpressung betreibt, sieht sich selbst als Richter, der die Gesetze nicht nur überwacht sondern auch aufstellt. In der Regel liegt die Messlatte in Sachen Moral extrem niedrig, so dass alles Mögliche als schlechtes Verhalten herangezogen werden kann.

Moralische Erpressung erkennen

Moralische Erpressung geht in der Regel mit ein paar typischen Redewendungen einher:

  • So etwa tut man nicht.
  • Was werden die Nachbarn dazu sagen?
  • Ich muss mich für Dich schämen.
  • Sie werden mit dem Finger auf Dich zeigen.

So oder ähnlich äußern sich moralische Erpresser. Diese Aussagen lassen auf den ersten Blick auf schlimme Verbrechen schließen. Doch weit gefehlt, denn bei näherer Betrachtung geht es eigentlich nur um Banalitäten. Unsere Gesellschaft ist mittlerweile so aufgeschlossen, dass sie „Paradiesvögel“, die den Weg der Norm verlassen, durchaus vertragen kann. Also warum sich darum scheren, was andere Leute sagen? Wenn niemand geschädigt wird und keine krimineller Akt vorliegt, sollte jeder Menschen tun und lassen können, was er will.

Moralische Erpressung vermeiden

Um der moralischen Erpressung nicht auf den Leim zu gehen, hilft eigentlich nur eine einzige Maßnahme, nämlich eine Denkweise, die auf das Urteil von Nachbarn und anderen Personen keinen allzu großen Wert legt. Eine passende Antwort zu oben genannten Floskeln kann also nur lauten: „Ist mir egal.“ Und genau so sollte es auch sein. Da gibt es übrigens auch ein Lied der „Ärzte“ zu diesem Thema mit dem Titel: „Lasse reden!“

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